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#MidiAutrement – Erkundung der «Unterstadt» von Freiburg

Es leben der Sommer, die Ferien, die Sonne und die schattigen Terrassen … Wer möchte nicht gerne am Wasser Mittagspause machen, im Schatten eines Sonnenschirms einen frischen Bio-Salat aus regionalen Zutaten essen und dabei unter dem Tisch entspannt die Zehen spreizen?

Die Zwänge der Mittagspause

Tatsache ist jedoch, dass das wichtige Dossier für den Abteilungsleiter bis 14 Uhr erstellt, die Pflanzen der Kollegin, die gerade in den Ferien ist, gegossen, die Buchhaltung erledigt und das Geschirr abgewaschen werden müssen. Stattdessen zur Motta hinunter, dort einen newAge-Salat essen, und danach wieder hinauf ins Geschäftsviertel – und das alles in 45 Minuten. Allein der Gedanke daran bringt mich ins Schwitzen, vor allem wenn das Thermometer draussen 32 Grad anzeigt.

Also mache ich mich im Halbdunkel der Cafeteria über den Inhalt meines Tupperwares her. Die Sonnenstoren sind geschlossen, damit es nicht zu heiss wird. Und wenn dann jemand am Abend meint, «das war aber wirklich ein schöner Tag heute», werde ich erstaunt antworten: «Ach ja? War heute schönes Wetter?»

“Nothing happens, until something moves” (Einstein)

Egal, heute ist ein neuer Tag. Mich reizt das Abenteuer, und so nehme ich mir vor, 60 Minuten Mittagspause zu machen, einschliesslich Sport, Essen und Kultur.

«Le Port de Fribourg»: Seit ich etwas über diesen Ort gelesen und von Kollegen davon gehört habe, reizt es mich, dort einmal die Seele baumeln zu lassen und dann zu einem Streifzug aufzubrechen. Anscheinend kann man dort morgens Yoga machen, donnerstags einen Strickkurs besuchen und nebenbei vegetarische Gerichte probieren. Regional und saisongerecht, im Freien und mitten in einem Gemeinschaftsgarten, am Ufer der Saane und … 24 Minuten zu Fuss oder mit dem Bus entfernt: Die 60 Minuten Zeit sind bereits aufgebraucht. 8 Minuten mit dem Auto? Aber das Parkieren kostet mehr als das Essen, und Google kennt keine Stosszeiten.

Bleibt also nur das Velo, aber bitte elektrisch und in Selbstausleihe. PubliBike macht’s möglich (Stationen siehe hier). Um 12.30 Uhr verlasse ich das Büro in der festen Absicht, den Sonnenschein und die Sommerbrise zu geniessen. In 6 Minuten bin ich am Bahnhof, und 7 Minuten später sitze ich mit einem hausgemachten Eistee – Ingwer, Minze, Zitrone und Eiswürfel – im bekannten «Port de Fribourg». Kaum Zeit zum Nachdenken, denn schon steht mein Salat auf dem Tisch. Ich geniesse den Moment.

Luxus, Ruhe und Hochgenuss

Zeit ist Luxus, und heute nutze ich sie. Nach dem erfrischenden Salat beschliesse ich, den Müssiggang zu verlängern und die berühmte Unterstadt von Freiburg zu erkunden. In Ferienstimmung bummle ich durch die gepflasterten Gassen der Altstadt. Über die Pont du Milieu gelange ich zum Marionetten-Museum, wo ich mir auf der Terrasse einen Kaffee genehmige. Während der Wirt mir eine Orangenblüten-Limonade serviert, schwärmt er von der gefüllten Aubergine – die beste in ganz Europa! Versprochen, mein nächstes Mittagessen wird eine orientalische Spezialität aus der Küche des Chefs sein. Weiter geht es durch die Altstadt: Nach dem Place du Petit St-Jean und der Berner Brücke biege ich links in die Rue des Forgerons ein, die so schmal ist, dass man sich kaum kreuzen kann. Nach der Berner Brücke erscheint ein Hashtag. Im Sommer sind alle mittelalterlichen Türme und Stadttore in Freiburg öffentlich zugänglich:  #Stadtmauernrundgang. Aber dazu fehlt heute die Zeit. Ich muss doch um 14 Uhr das Dossier abliefern!

Auf einem Umweg zurück ins Büro

Mit elektrischer Unterstützung nehme ich die Stadtberg-Strasse mit Blick auf die ebenso ungewöhnliche wie imposante Poya-Brücke. Ich gelange zur Zähringerbrücke und zur Kathedrale Sankt Nikolaus. Weiter geht es über den Place du Tilleul und die Rue de Lausanne hinauf zur Avenue du Midi. Die Uhr zeigt fünf vor zwei, als ich mein PubliBike-Velo am Bahnhof abstelle.

Was nun?

In 6 Minuten werde ich wieder hinter geschlossenen Storen in unserem halbdunklen Open-Space-Büro vor meinem Computer sitzen. Und wenn ich am Abend gefragt werde, wie mein Tag war, werde ich antworten: «Ich habe mein Dossier pünktlich um 14 Uhr abgeliefert – aber vor allem war ich in den Ferien!» 

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PubliBike

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PubliBike bietet seit 2009 verschiedene Bikesharing-Netze in der ganzen Schweiz an und entwickelt das Angebot laufend weiter.